Freitag, 20.03.2026

Marcelo Brodsky in Wiesbaden: Erinnern an die argentinische Militärdiktatur

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Das Kunsthaus Wiesbaden zeigt von Donnerstag, 26. März, bis Sonntag, 28. Juni die Ausstellung Memory in Action: Marcelo Brodsky. Anlass ist der 50. Jahrestag des Militärputsches in Argentinien am 24. März 1976. Gezeigt werden Arbeiten, die sich mit der Aufarbeitung und Bewahrung der Erinnerung an die Verbrechen der Diktatur befassen.

Erinnerung als Gegenstand und Methode

Marcelo Brodsky gehört zu den international anerkannten Künstlern Lateinamerikas. Seine Arbeiten verbinden dokumentarische Fotografie und konzeptuelle Interventionen, um individuelle und kollektive Erinnerung zu rekonstruieren. Brodsky versteht künstlerische Praxis als Form der Zeugenschaft und als Mittel, Erinnerung im öffentlichen Raum zu verankern.

International bekannt wurde er mit dem Fotoessay Buena Memoria aus dem Jahr 1997. Darin behandelt er die Deportation und Ermordung mehrerer seiner Klassenkameraden sowie seines Bruders Fernando Brodsky während der Militärdiktatur. Ein von ihm verwendetes Foto, das aus dem Folterzentrum ESMA heimlich geschmuggelt worden war, dient in seiner Arbeit als dokumentarisches Beweismittel und als künstlerische Stimme.

Symbolisches Zentrum La Clase

Ein zentrales Werk der Ausstellung ist das Klassenfoto La Clase, das zu einem ikonischen Mahnmal gegen das Vergessen geworden ist. Brodskys Interventionen zielen darauf ab, Geschichte nicht nur zu erinnern, sondern auch politisch zu verhandeln. Seine Arbeiten sind Teil der argentinischen Erinnerungspolitik, die Recht und Aufarbeitung einfordert.

Ausstellung, Eröffnung und Kooperationen

Die Schau wird von Professor Dr. Márcio Seligmann-Silva kuratiert. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 25. März, um 19 Uhr statt. Anwesend sind unter anderem Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl, Marcelo Brodsky und der Kurator. Das Kunsthaus ordnet die Ausstellung in seinen Schwerpunkt Demokratieförderung durch Erinnerungskultur ein, der sich sowohl mit der Shoah als auch mit anderen Unrechtsregimen beschäftigt.

Die Präsentation entsteht in Kooperation mit Mishpocha: The Art of Collaboration des Jüdischen Museums Frankfurt, der Heinrich Böll Stiftung, der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden und im Rahmen der WDC 2026. Weitere Informationen stellt das Kunsthaus auf www.wiesbaden.de/kunsthaus zur Verfügung.

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