Donnerstag, 30.07.2026

Temporärer Stadtgarten an Marktstraße 24: Graffiti, Sitzmöbel und Pflanzen statt Brandruine

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Rüsselsheim liest. Rüsselsheim lebt.

Auf dem Gelände der ehemaligen Brandruine Marktstraße 24 entsteht in den kommenden Wochen ein temporärer Stadtgarten. Die Stadt hat mit der neuen Eigentümerin gewobau einen Pachtvertrag abgeschlossen. Ab August wird die Fläche schrittweise mit Sitzmöbeln und Pflanzkübeln ausgestattet und steht voraussichtlich für etwa zwei Jahre öffentlich zur Verfügung.

Künstlerische Gestaltung im Stadtraum

Die Giebelseiten des Areals sind bereits mit großformatigen Wandbildern versehen worden. Den Auftakt bildete im Mai ein Pandamotiv von Oliver Pusch, auch bekannt als Blazin Vibes, das im Rahmen des BelR!-Festivals an der Marktstraße 26 entstand. In den Monaten Juni und Juli ergänzte ein Team internationaler Graffiti-Künstlerinnen und Künstler aus Brasilien, Kolumbien, Venezuela, der Rhein-Main-Region und Rüsselsheim weitere Motive. Die Gestaltungen folgen dem freien Thema Stadtdschungel und zeigen unter anderem Leopard, Chamäleon, eine fleischfressende Pflanze und eine Elfe. Ein kleiner Bereich der Fassade soll noch ein weiteres Bild erhalten.

Ausstattung und Nutzungskonzept

Die Möbel wurden Ende Juni bestellt, sodass Pflanzkübel, Sitzgelegenheiten und eine erhöhte Fläche für kleinere Veranstaltungen ab August installiert werden können. Die Fläche ist als Aufenthaltsort in der Fußgängerzone gedacht und soll ausdrücklich ohne Konsumaufforderung zum Verweilen, Gespräch oder Spielen einladen. Geplant sind zudem weitere nutzungsorientierte Maßnahmen, die nach erfolgreicher Mittelakquise umgesetzt werden sollen.

Stadtentwicklung und Klimafolgenanpassung

Die gewobau hat das Grundstück erworben und finanziert die künstlerische Gestaltung. Beide benachbarten Flächen, Marktstraße 24 und Marktstraße 26, sollen ab 2028 gemeinsam baulich entwickelt werden. Bis dahin dient die Zwischenlösung der Stadt als neues Angebot für innerstädtisches Leben. Zugleich ist das Areal als Testfeld für hitzereduzierende Maßnahmen mit Schatten und Begrünung gedacht und soll als Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung fungieren.

Identität und Sichtbarkeit

Als visuelle Klammer ist Orange als Leitfarbe vorgesehen. Diese Farbe wird sich in den Sitzmöbeln wiederfinden und hat intern bereits den Arbeitstitel Orangerie geprägt. Die Leitfarbe soll Sichtbarkeit schaffen und gemeinschaftliche Nutzung signalisieren.

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