Donnerstag, 02.04.2026

Wiesbaden startet inklusives Kunstprojekt mit Tandems und Auktion

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Mit einer öffentlichen Auftaktveranstaltung im Rathaus hat die Landeshauptstadt Wiesbaden am 1. April das inklusive Kunstprojekt touched by art: Kunst berührt inklusiv gestartet. Die Stadt will damit Kunst, gesellschaftliche Teilhabe und langfristige Strukturen für kulturelle Inklusion verknüpfen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende eröffnete die Veranstaltung als Schirmherr und betonte die breite Unterstützung aus Kultur, Politik und Sozialwesen.

Ziele und Auftakt

Die Stadtverwaltung versteht das Projekt als Impulsgeber für eine inklusive Kulturentwicklung. Mende sagte: „Was heute beginnt, ist mehr als ein Projekt. Es ist eine Haltung.“ Ziel sei es, Begegnungsräume zu schaffen, nachhaltige Netzwerke zwischen Kunst und Inklusion aufzubauen und dauerhafte Strukturen für kulturelle Teilhabe in Wiesbaden zu etablieren. Ein Grußwort des Hauptträgers, der EVIM Teilhabe gGmbH, wies zudem auf die Unterstützung durch die Träger der Eingliederungshilfe hin.

Vor dem offiziellen Start hatte das Projekt bereits Aufmerksamkeit erfahren. Als Botschafterinnen und Botschafter nennen die Veranstalter unter anderem die Musikerin und Künstler Udo Lindenberg sowie die bildenden Künstlerinnen und Künstler Yayoi Kusama und Gerhard Richter. Sie setzen sich laut Projektbeschreibung für mehr Sichtbarkeit von Kunstschaffenden mit Behinderungen ein.

Aufbau des Projekts und Beteiligte

Kern des Vorhabens ist die Zusammenarbeit von zehn künstlerischen Tandems, bestehend aus je einer oder einem Künstlerin oder Künstler mit und einer oder einem Künstlerin oder Künstler ohne Beeinträchtigung. Die Tandems arbeiten in zwei Phasen je vier Wochen in barrierefreien Ateliers im Palasthotel. Ergänzt wird das Programm durch ein begleitendes Tandem im Bereich Musik und Literatur.

An dem Projekt sind sowohl national und international bekannte Namen beteiligt als auch regionale Partner. Genannt wurden unter anderem Marion Eichmann, René Dantes, Katrin Kampmann, Helge Leiberg, Eva Ohlow, Thomas Reifferscheid, Renata Tumarova, Silvia Willkens, Miriam Vlaming und Susanne Zuehlke. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigung werden von Trägern der Eingliederungshilfe begleitet, darunter EVIM, IFB Stiftung, Facettenwerk, Vitos, Werkgemeinschaft sowie Eigenart und die Kunstwerker.

Begleitend wird der künstlerische Prozess filmisch dokumentiert, um Einblicke in die Arbeitsweise und die persönlichen Begegnungen zu ermöglichen.

Termine, Präsentation und Finanzierung

Zu den angekündigten Veranstaltungen gehört eine Kinoveranstaltung am Mittwoch, 13. Mai, 17.30 Uhr, im Caligari Kino Wiesbaden mit dem Film „Zeppelin oben rechts“. An dem anschließenden Filmgespräch wird unter anderem Andreas Winkel, Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen, teilnehmen.

Ein zentraler Programmpunkt ist die Präsentation und Versteigerung der im Projekt entstandenen Werke am Donnerstag, 25. Juni, im Museum Reinhard Ernst. Die Auktion findet in Kooperation mit dem Auktionshaus Christie's statt. Nach Angaben der Veranstalter sollen die Einnahmen in die nachhaltige Förderung inklusiver Kunstprojekte in Wiesbaden fließen.

Im Anschluss werden die Arbeiten in einer vierwöchigen Ausstellung im Bellevue Saal gezeigt. Die Schau läuft von Freitag, 17. Juli, bis Sonntag, 23. August. Die Eröffnung ist für Freitag, 17. Juli, 19 Uhr geplant.

Erwartungen und Ausblick

Die kommunale Inklusionsbeauftragte Andrea Hausy, die das Projekt initiiert hat, nannte Inklusion einen Gewinn für die gesamte Stadtgesellschaft. Sie äußerte die Hoffnung, dass touched by art viele Menschen erreicht und nachhaltig wirkt. Die Stadt kündigt an, das Projekt als langfristigen Baustein für eine inklusive Kulturpolitik zu verankern.

Weitere Informationen zum Projekt und den Terminen veröffentlichen die Veranstalter auf den Projektseiten der Stadt und der Initiative.

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