Donnerstag, 22.01.2026

Wiesbadener Foto der Luftbrücke in Bonner Dauerausstellung

Empfohlen

redaktion
redaktionhttps://ruesselsheimer-bote.de
Rüsselsheim liest. Rüsselsheim lebt.

Ein Foto aus dem Stadtarchiv Wiesbaden ist Teil der neu gestalteten Dauerausstellung im Haus der Geschichte in Bonn. Die überarbeitete Ausstellung wurde am Montag, 8. Dezember, von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wiedereröffnet. Das Bild dokumentiert die Beladung alliierter Flugzeuge während der Berliner Luftbrücke und verweist damit auf die Rolle Wiesbadens als logistische Drehscheibe in den Jahren 1948 und 1949.

Die Fotografie und ihr historischer Kontext

Das vom Stadtarchiv bereitgestellte Motiv trägt die Signatur F000 Nr. 7453. Die Aufnahme eines unbekannten Fotografen zeigt, wie sogenannte Rosinenbomber auf dem Flugplatz in Erbenheim beladen werden. In der Darstellung spiegelt sich sowohl die operative Bedeutung des US Luftwaffenstützpunkts in Wiesbaden während der Luftbrücke als auch die symbolische Bedeutung der Luftbrücke als Zeichen der Solidarität mit West Berlin in der frühen Phase des Kalten Krieges.

Neukonzeption des Hauses der Geschichte und Eröffnung

Das Haus der Geschichte, das seit 1994 zu den meistbesuchten Museen Deutschlands zählt, hat seine Dauerausstellung neu konzipiert. Unter dem Titel Du bist Teil der Geschichte richtet die Schau den Blick neben großen politischen und wirtschaftlichen Ereignissen auch auf Alltagskultur und gesellschaftliche Perspektiven in Bundesrepublik und DDR. Ein Schwerpunkt liegt auf der Darstellung von Entwicklungen seit 1990 sowie auf neuen medialen Zugängen.

Zur feierlichen Eröffnung kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Für Wiesbaden waren der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Peter Quadflieg, und die Facharchivarin Ulrike Heinisch vor Ort. Die Veranstaltung zog mehrere hundert Teilnehmer an und fand breite mediale Beachtung. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hob bei der Eröffnung die Bedeutung der Archivarbeit für die Vermittlung von Geschichte hervor, eine Würdigung, die Quadflieg besonders positiv zur Kenntnis nahm.

Auswirkungen für die lokale Erinnerungskultur

Die Einbindung des Wiesbadener Bildes in die Bonner Dauerausstellung erhöht nach Einschätzung der Stadt die überregionale Sichtbarkeit der Stadtgeschichte. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl betonte, dass die Mitwirkung kommunaler Archive das kollektive historische Gedächtnis stärke und lokale Quellen einen wichtigen Beitrag zur nationalen Erinnerungskultur leisteten. Stadtarchivleiter Quadflieg verwies darauf, dass ein Stück Wiesbaden damit im nationalen Kontext sichtbarer werde.

Die Präsentation unterstreicht zugleich die Rolle historischer Quellenarbeit bei der öffentlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte der Bundesrepublik. Das Stadtarchiv Wiesbaden stellt mit seinem Bestand damit ein konkretes Zeugnis dieser Arbeit in einer Ausstellung aus, die Kontinuitäten und Brüche der Nachkriegsgeschichte in den Mittelpunkt stellt.

Quelle anzeigen

Weiterlesen

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Aktuelles