Donnerstag, 29.01.2026

Wiesbadener Verkehrsbetrieb zieht positive Bilanz zu Frontkameras in Bussen

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ESWE Verkehr zieht nach anderthalb Jahren einen positiven Zwischenbericht zum Einsatz digitaler Frontkameras in 14 Linienbussen. Die Systeme sollen Park und Halteverstöße auf Bus und Umweltspuren sowie in Haltestellenbereichen dokumentieren. Mehr als 90 Prozent des Fahrpersonals bewerten den Einsatz laut dem Unternehmen als erfolgreich.

Wie das System arbeitet

Das Projekt lief im September 2024 an. Die Kameras erfassen ausschließlich den ruhenden Verkehr und verfügen nicht über eine durchgehende Videoaufzeichnung. Sie werden manuell vom Fahrpersonal per Knopfdruck ausgelöst, wenn die Weiterfahrt durch falsch abgestellte Fahrzeuge behindert wird. Die Auslösung erzeugt eine Dokumentation mit Kennzeichen, Uhrzeit und exakten GPS Daten.

Auswertung und Datenschutz

Die aufgenommenen Bilder werden nach Rückkehr der Busse ausgewertet. ESWE Verkehr betont, dass die Geräte rechtlich zweckgebunden sind und keine Dash Cam Funktion haben. Unbeteiligte Dritte werden bei der Auswertung manuell unkenntlich gemacht und jedes Ereignis einzeln geprüft. Diese Schritte machen die Auswertung zeit und arbeitsaufwendig. Pro Monat fallen nach Angaben des Unternehmens Fotos in vierstelliger Anzahl an.

Weitergabe an Behörden und Sanktionen

Nur nach Prüfung werden als relevant eingestufte Aufnahmen datenschutzkonform an die städtischen Verkehrsbehörden übermittelt. ESWE Verkehr tritt dabei formal als Zeugin eines möglichen Verkehrsverstoßes auf. Die Behörden entscheiden über Bußgelder. In der Regel kostet ein Verstoß auf der Busspur 70 Euro. Bei kombinierten Umweltspuren kann zusätzlich ein Punkt in Flensburg erfolgen.

Erste Bilanz und regionale Schwerpunkte

Monatlich werden im Schnitt knapp 200 Meldungen an die Behörden weitergeleitet. Die meisten Fälle werden in Wiesbadens Innenstadt dokumentiert, insbesondere auf hochfrequentierten Achsen wie dem Kaiser Friedrich Ring, der Bahnhofstraße und der Wilhelmstraße. Marion Hebding, Geschäftsführerin von ESWE Verkehr, erklärte, die Kameras hätten sich als geeignetes Mittel erwiesen, um gegen auf der Busspur stehende Fahrzeuge vorzugehen. Freie Busspuren dienten zugleich der Einhaltung des Fahrplans und entlasteten Fahrpersonal und Fahrgäste.

Reaktionen aus Branche und Ausblick

Nach Angaben von ESWE Verkehr weckt das Projekt auch außerhalb von Wiesbaden Interesse. Weitere Verkehrsunternehmen in Deutschland prüfen ähnliche Systeme, und es laufen Tests unter anderem in Frankfurt. Die Rückmeldungen aus dem eigenen Fahrpersonal gelten als positiv, gleichzeitig weist das Unternehmen auf den hohen Aufwand bei der datenschutzkonformen Auswertung hin.

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