Anfang 2026 sind in Rüsselsheim am Main 19 Kita Assistenzen in den städtischen Einrichtungen in den Dienst gegangen. Das Land Hessen stellt für das Modellprojekt 350000 Euro zur Verfügung. Ziel des einjährigen Versuchs ist es, zu prüfen, inwieweit zusätzliche Assistenzkräfte die pädagogischen Teams entlasten können.
Pilotprojekt und Finanzierung
Das Programm läuft zunächst für ein Jahr und wird als Modellversuch geführt. Die Stadt gibt an, dass die entstehenden Kosten zu 100 Prozent durch die Förderung des Landes abgedeckt werden. Für 19 der 29 städtischen Kitas wurde die Teilnahme am Programm bewilligt. Mit dem Projekt soll erkundet werden, ob organisatorische Aufgaben von Assistenzkräften übernommen werden können, sodass Fachkräfte mehr Zeit für die direkte Arbeit mit Kindern erhalten.
Bürgermeister Murat Karakaya zieht nach dem Start ein vorläufig positives Fazit. „Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Die Assistenzen übernehmen organisatorische Aufgaben und halten den Erzieherinnen und Erziehern für die pädagogische Arbeit mit den Kindern den Rücken frei. Das verbessert nicht nur die Qualität in unseren Kitas, sondern auch die Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeitenden“, sagte er. Karakaya begrüßt die Fortsetzung des Programms und steht nach eigenen Angaben in Abstimmung mit der Bildungsministerin.
Aufgaben und Erfahrungen in den Einrichtungen
Die Tätigkeiten der Assistenzkräfte sind vielfältig. Sie bereiten Räume für besondere Spielangebote oder den Mittagsschlaf vor, bedrucken Beutel für neue Kinder und springen in der Küche ein, wenn die Hauswirtschaftskraft ausfällt. Das Arbeitsumfeld wird von den Assistenzkräften selbst als sinnstiftend beschrieben.
Tamara Sommer aus der Kita Im Apfelgarten sagt: „Ich freue mich jeden Tag auf etwas Neues. Denn jeder Tag ist etwas anders und meine Unterstützung ist eine Bereicherung für die Kolleginnen und Kollegen.“ Lidia Scivoli Isufi aus der Kita Hans Sachs Straße ergänzt, dass es schön sei, „dass man wirklich unterstützen kann und dass die Hilfe der Bildung zugutekommt. Denn Bildung ist für mich unsere Zukunft.“
Auch die Leitungskräfte nehmen den Effekt wahr. Kita Leiterin Inga Stumpf berichtet, die Assistenzkräfte verschafften den pädagogischen Fachkräften deutlich mehr Zeit, „damit wir ganz praktisch und intensiv mit den Kindern arbeiten können.“
Bedeutung für die Stadt
Rüsselsheim bezeichnet sich als eine der jüngeren Kommunen in Deutschland. Nach Angaben der Stadt leben dort rund 15000 Kinder, mehr als 3100 davon werden in den 45 Kindertagesstätten betreut. Von diesen Einrichtungen stehen 29 unter städtischer Trägerschaft. Vor diesem Hintergrund sehen Verantwortliche das Modellprojekt als einen Baustein zur Stärkung der frühkindlichen Bildung.
Ob das Modell dauerhaft eingeführt wird, hängt von der Auswertung des einjährigen Versuchs ab. Bis dahin sollen die Erfahrungen aus den 19 Einrichtungen als Grundlage für weitere Entscheidungen dienen.
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