Dienstag, 11.08.2026

Schlossplatz vor der Marktkirche in Wiesbaden vorzeitig fertiggestellt

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Der neugestaltete Schlossplatz vor der Marktkirche in Wiesbaden ist vor dem Beginn der Weinwoche wieder freigegeben worden. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende und Baudezernent Andreas Kowol eröffneten den ersten von drei Bauabschnitten am Montag, 10. August. Der Abschnitt war nach rund einem Jahr Bauzeit fertiggestellt und damit etwa neun Monate früher als ursprünglich vorgesehen.

Eröffnung und Zeitplan

Die Öffnung des Platzes markiert einen wichtigen Meilenstein des Gesamtprojekts. Nach Baubeginn am 27. August 2025 wurde der erste Bauabschnitt deutlich beschleunigt fertiggestellt. Oberbürgermeister Mende bezeichnete den Schlossplatz als Herz und Bühne der Stadt und betonte, dass die Arbeiten pünktlich zum Weinfest abgeschlossen worden seien. Er hob hervor, dass die Neugestaltung Tradition und Innenstadtleben mit mehr Schatten und klimaangepasstem Grün verbinden solle, um die Nutzung für Veranstaltungen langfristig zu sichern.

Technische Lösungen für Veranstaltungsbetrieb

Für die multifunktionale Nutzung des Platzes wurden mehrere technische Maßnahmen umgesetzt. Unter der Fläche liegen zwei zusammenhängende unterirdische Baumquartiere, jeweils für zwölf Bäume, mit einer Tiefe von etwa 1,5 Metern und einer Fläche von rund 9 mal 30 Metern. Über den Baumstandorten wurde das Natursteinpflaster auf einer Stahlträgerunterkonstruktion verlegt. Dadurch bleibt der Boden bei Aufbauten und Publikumsverkehr weniger belastet, das Pflaster liegt faktisch auf einer tragenden Konstruktion auf und verhindert dauerhafte Verdichtung der Erdschichten.

Zudem sind Strom, Wasser und Abwasseranschlüsse für Marktbetreiber im Boden versenkt und bei Bedarf hochklappbar. Diese Lösung soll lose Kabelbrücken und Stolperfallen bei Veranstaltungen entfallen lassen und damit den Platz barriereärmer machen.

Bepflanzung, Bewässerung und Klimaresilienz

Im Rahmen der Neugestaltung wurden 24 neue Bäume gepflanzt. Als Arten wurden Japanische Zierkirsche Prunus serrulata Kanzan, Weiße Maulbeere Morus alba Fruitless und Tulpenbaum Liriodendron tulipifera ausgewählt. Die Arten gelten als an trockene und heiße Bedingungen angepasst und sollen mit wachsender Krone Schatten spenden und das Stadtklima verbessern.

Zur Bewässerung wurden zwei Zisternen mit je 20 Kubikmetern Volumen zwischen dem Schweigerdenkmal und der Marktkirche installiert. Das gesammelte Regenwasser aus der Platzfläche wird zur nachhaltigen Bewässerung genutzt. Zusätzlich ist die Entwässerung so angelegt, dass Wasser auch über die Baumstandorte abfließen kann.

Baudezernent Kowol betonte, dass die unterirdischen, großflächigen Pflanzräume den Bäumen trotz intensiver Nutzung gute Wachstumsbedingungen bieten. Oberflächlich sind nur die Baumscheiben sichtbar, darunter verfügen die Wurzeln aber über weitreichende, miteinander verbundene Pflanzräume.

Offene Arbeiten, Kosten und Ausblick

Nicht abgeschlossen sind noch Arbeiten an einer Grünfläche links vor der Kirche. Dort stehen zunächst archäologische Untersuchungen und eine Prüfung auf mögliche Kampfmittel an, da der Bereich kriegsbedingt belastet sein könnte. Die Grünfläche soll im Zuge der Gesamtumgestaltung um etwa zehn Meter nach Norden verlegt, eingefasst und neu bepflanzt werden. Künftig sollen dort keine Veranstaltungsstände mehr errichtet werden, damit die Fläche ganzjährig als Grünraum erhalten bleibt. Der Fußweg zur Kindertagesstätte wird nach der Weinwoche fertiggestellt.

Die Kosten für den ersten Bauabschnitt liegen bei rund 4,5 Millionen Euro. Nach derzeitiger Bewertung wird der vorgesehene Kostenrahmen eingehalten. Als Gründe für die deutliche Verkürzung der Bauzeit nennt die Stadt eine optimierte Bauablaufplanung, zügige Ausführung durch das beauftragte Bauunternehmen, günstigere Baugrundverhältnisse als angenommen und die schnelle Freigabe der archäologischen Untersuchungen. Die Stadt kündigte an, die Umgestaltung in weiteren Schritten fortzusetzen, sobald die Gremienbeschlüsse für die Folgeabschnitte vorliegen.

Mit der Neugestaltung verfolgt Wiesbaden das Ziel, den Schlossplatz als leistungsfähige Veranstaltungsfläche zu erhalten und zugleich klimaresilient auszubauen. Die Stadt verweist auf weitere Maßnahmen zur Begrünung innerstädtischer Flächen, darunter laufende und geplante Baumpflanzungen in anderen Stadtteilen.

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