Mittwoch, 26.08.2026

Rüsselsheim 365: Natur vor der Haustür – der Mönchbruch

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Rüsselsheim liest. Rüsselsheim lebt.

Mit „Rüsselsheim 365“ zeigen wir unsere Stadt aus möglichst vielen Perspektiven. Menschen, Orte, Geschichten, Erinnerungen und Entdeckungen. Große wie kleine.

In „Rüsselsheim 365 – Orte“ geht es um Plätze und Landschaften, die zu Rüsselsheim gehören und trotzdem manchmal unterschätzt werden.

Ein solcher Ort ist der Mönchbruch.

Wer dort unterwegs ist, erlebt eine Landschaft, die so gar nicht zum Bild des dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiets passen will: weite Wiesen, feuchte Bruchwälder, Gräben, alte Bäume und dazwischen immer wieder Wildtiere.

Der Mönchbruch von Mörfelden und Rüsselsheim umfasst rund 937 Hektar und ist damit eines der größten Naturschutzgebiete Hessens. Teile des Gebiets liegen auf Rüsselsheimer Gemarkung, weitere auf Flächen von Mörfelden-Walldorf und Nauheim.

Seine besondere Bedeutung liegt vor allem in der Landschaft selbst. Der hohe Grundwasserspiegel, Feuchtwiesen, Sümpfe und Bruchwälder machen den Mönchbruch zu einem der letzten großen Feuchtgebiete in Hessen.

Entsprechend vielfältig ist die Tier- und Pflanzenwelt.

Rund 540 Pflanzenarten wurden im Naturschutzgebiet nachgewiesen. Dazu kommen zahlreiche Vogelarten wie Eisvogel, Schwarzmilan, Neuntöter und Mittelspecht. Auch verschiedene Fledermausarten, Amphibien und Reptilien finden hier einen Lebensraum.

Besonders bekannt ist der Mönchbruch aber für sein Damwild. Wer früh morgens oder in den Abendstunden unterwegs ist, hat gute Chancen, größere Rudel auf den Wiesen zu entdecken.

Dass diese Landschaft heute so großflächig geschützt ist, war keineswegs selbstverständlich. Erste Schutzbestrebungen reichen bis in die Zeit um 1930 zurück. 1954 wurden zunächst nur 44 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Fläche schrittweise erweitert, bis sie ihre heutige Größe erreichte.

Für Besucher ist der Mönchbruch zugleich ein beliebtes Naherholungsgebiet. Gut befestigte Wege führen durch weite Teile der Landschaft, dazu kommen Sitzgelegenheiten und eine Aussichtsplattform an den Mönchbruchwiesen.

Dabei gilt: Wer hier unterwegs ist, bewegt sich in einem empfindlichen Schutzgebiet. Im Kernbereich dürfen die gekennzeichneten Wege deshalb nicht verlassen werden.

Eine Besonderheit des Mönchbruchs ist der starke Kontrast zwischen Natur und Großstadtregion. Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Frankfurter Flughafen. Je nach Windrichtung ziehen startende Flugzeuge in geringer Höhe über das Gebiet.

Gerade dieser Gegensatz macht den Mönchbruch zu einem besonderen Ort: Auf der einen Seite eines der wichtigsten Verkehrs- und Wirtschaftszentren Europas, auf der anderen Seite Feuchtwiesen, Wald, Wild und seltene Tierarten.

Der Mönchbruch zeigt, wie viel Natur direkt vor der Haustür liegt.

Und genau solche Orte wollen wir mit „Rüsselsheim 365“ sichtbar machen.

Orte, die viele kennen. Orte, die man vielleicht schon oft besucht hat. Und Orte, bei denen es sich lohnt, noch einmal genauer hinzusehen.

Welchen Ort in oder rund um Rüsselsheim sollen wir als Nächstes vorstellen?

Schreiben Sie uns Ihren Vorschlag.

Rüsselsheim 365 – jeden Tag ein Stück Rüsselsheim.

#rüsselsheim365

Kontakt:
Redaktion Rüsselsheimer Bote
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Bild: Matti Blume / CC BY-SA 4.0

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